Die Heiligkeit der Botschaft des Islams und die Tradition des heiligen Propheten Mohammad, wurden durch eine ununterbrochene Kette der Überlieferung von den großen Meistern der Maktab Tarighat Oveyssi® aufrecht erhalten. Während der allgemeine Islam in die Hände von Klerikern und Juristen fiel, reichten diese Meister die innere Botschaft des Islams durch ihre Lehren, Schriften und Schüler weiter. Die Wahrheit des Islams hätte nicht überlebt, wenn es nicht die selbstlose Hingabe dieser großen geistigen Führer gegeben hätte.

Seit der Zeit von Hazrat Oveys Gharani, dem Gründer der Oveyssi Schule des Sufismus, bis zu dem Meister der Schule, Hazrat Salaheddin Ali Nader Angha, hat sich durch den Sufismus die Wahrheit des Islams in vielen Ländern verbreitet. Eine kurze Zusammenfassung über das Leben einiger ausgewählter Meister der MTO Schule des Islamischen Sufismus® ist im Folgenden aufgeführt.

Salman Farsi (1. Jh. n. d. Hijra / 7. Jh. n. Chr.), der erste persische Muslim, ist als ein Pionier des Islams bekannt. Er hat die Lehren des Sufismus in den frühen Jahren des Islams im Iran verbreitet. Salman suchte nach einem Weg, der seinen Durst löschen und sein Herz zufriedenstellen würde. Er begab sich auf einen Weg, der sich vom Christentum und dem Zaraostrischen Glauben, den im Vordergrund stehenden Religionen der damaligen Zeit der sassanidischen Dynastie, unterschied. Zu seinen Lebzeiten erreichte er solche Größe, dass der Prophet ihn als „Ahl Beyt“ (seine Familie) bezeichnete und es wurde ihm der Titel Abu Abdullah, Diener Gottes, verliehen.

Ibrahim Adham (verst. 161 n. d. Hijra / 777 n. Chr.) war ein Prinz, der seine Familie und sein Königreich aufgab, um Wahrheit zu finden. So begab er sich auf den Pfad des Sufismus und in die Welt der Liebe. Hazrat Abu Ali Shaghigh Balkhi (verst. 194 n. d. Hijra / 809 n. Chr.) folgte ihm auf dem erleuchteten Weg des Sufismus. Nachdem er Hazrat Ibrahim Adham in Mekka begegnet war, begann er seine Reise auf dem Pfad der Liebe und des Erfan.

Hazrat Abu Abdullah Mohammad Ibn Khafif Shirazi (4. Jh. n. d. Hijra / 9. Jh. n. Chr.) war auch bekannt als Sheikh Kabir und Sheikh al-Islam. Er erhielt viele Titel, die alle seine immensen Fähigkeiten und sein Wissen widerspiegeln sollten in der Wissenschaft, der Metaphysik und im Islam. Sheikh Khafif lebte zur gleichen Zeit wie Mansour Hallaj, dem berühmten Sufi, der unter der Anklage der Blasphemie exekutiert wurde, denn er hatte behauptet: „Ich bin die Wahrheit“. Zu jener entsetzlichen Zeit blieb Sheikh Kabir standhaft, um den Islam zu bewahren. Sein Sufi Orden war bekannt als Khafifieh Oveyssieh.

Im 12. Jahrhundert verfasste Sheikh Ruzbihan (522 n. d. Hijra / 1128 n. Chr.) über 100 Werke über den Sufismus. Sheikh Najmeddin Kobra (540 n. d. Hijra / 1145 n. Chr.) bildete 12 edle Schüler aus, unter ihnen Ali Lala Ghaznavi, Farid-ud-Din Attar und Seyfeddin Bakharzi. Annemarie Schimmel (255) schreibt in ihrem Buch „die Mystischen Dimensionen des Islam“: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass Kobra selbst diese himmlische Reise erlebt und in seinen Visionen die kosmischen Grade durchlaufen hat. Er stimmt mit anderen Sufi Gelehrten darin überein, dass er den Menschen als einen Mikrokosmos ansieht, der alles in sich birgt, was im Makrokosmos existiert.“

Der im Westen am häufigsten gelesene Sufi Dichter ist der ehrwürdige Jalaleddin Rumi (603 n. d. Hijra / 1207 n. Chr.), auch bekannt als Molavi. Als zunächst klassischer Religionslehrer fand in ihm durch die Begegnung mit einem wandernden Dervisch namens Shams Tabrizi in seinem 37. Lebensjahr eine Wandlung statt. Er fand in Shams ein Spiegelbild des Göttlichen Geliebten. Rumi ist von zwei Seiten her an die Oveyssi Schule angeschlossen: zum einen durch seinen Vater Baha al-Din Valad, der ein Schüler des berühmten Sufi Meisters Najmeddin Kobra war, zum anderen durch seinen geliebten Meister Shams Tabrizi, der selbst ein Schüler Baba-Kamal Jondis war, jener wiederum ein Schüler von Sheikh Najmeddin Kobra Oveyssi.

Hazrat Sheikh Semnani (659 n. d. Hijra / 1261 n. Chr.) stammte aus einer Adelsfamilie. Mit 25 Jahren verließ er den Hof um sein Leben Gott zu widmen. Er spendete seinen Besitz dem Khaneghah von Sakakieh und verbrachte seine ganze Zeit damit, Bücher über den Sufismus zu lesen, allen Anweisungen zu folgen, zu beten und gottergeben zu sein. Doch er erreichte die erwünschten Ergebnisse solange nicht, bis er einem Schüler von Hazrat Abdolrahman Esfarayeni begegnete. Über diese Begegnung schrieb er: „Das Licht des Islams strahlte von seinem Gesicht und der Duft des Geliebten von seiner Seele. Er lehrte mich die vier Schläge des Zekrs La ilaha illa Allah. Beim Zekr hatte ich viele Erkenntnisse. Mit meinen Augen sah ich Lichtschein von meiner Brust aufsteigen und bis zum Himmel aufsteigen. Ich fragte ihn über seine Sufi-Linie und er sagte: „Mein Pir ist Hazrat Esfarayeni, Schüler von Hazrat Sheikh Jozjani, der selbst ein Schüler von Hazrat Sheikh Lala gewesen ist.“

Amir Seyyed Ali Hamedani (713 n. d. Hijra / 1313 n. Chr.), bekannt als „der zweite Ali” aufgrund seines hohen Ranges, wanderte mit 700 Gefolgsleuten in den Kaschmir aus. Indien verdankt seine islamischen Wurzeln Hazrat Ali Hamedani. Seine Lehren hatten einen solch großen Einfluss auf die Menschen dieser Region, dass sie ihre Tempel in Moscheen und Khaneghahs umwandelten. Eines der ursprünglichen Khaneghahs, das er in Srinagar im Norden Delhis erbaute, steht heute noch und ist bekannt als das Khaneghah und die Moschee des Shah (Königs) von Hamedan.

Shamseddin Hafiz Shirazi (791 n. d. Hijra / 1389 n. Chr.), ein anderer persischer Dichter mit weltweiter Bekanntheit, war auch ein Mitglied der Oveyssi Schule des Sufismus. Er hat große Philosophen und Dichter auf der ganzen Welt inspiriert und wurde vor allem von Goethe stark bewundert. Er war ein Schüler von Pir Golrang, der selbst über drei Verbindungen ein Schüler von Hazrat Sheikh Ruzbihan Baghli (Baqli), dem 14. Sufi Meister der Maktab Tarighat Oveyssi, gewesen ist.

Seit dem 15. Jahrhundert bis heute, hat es weitere große Sufis gegeben, wie etwa Hazrat Sheikh Abu Es’hagh Khatlani (740 n. d. Hijra / 1339 n. Chr.) und sein Nachfolger Hazrat Seyyed Mohammad Nourbakhsh (795 n. d. Hijra / 1392 n. Chr.). Sie waren vom damaligen Herrscher, Sultan Shahrokh Mirza Teymouri, nicht gern gesehen, kamen ins Gefängnis und wurden viele Male ins Exil geschickt. Hazrat Khatlani und seine Brüder wurden möglicherweise exekutiert, während Hazrat Nourbakhsh nach 25 Jahren seines Lebens im Gefängnis und Exil, durch viele Schwierigkeiten und Gegenwehr, sich weiter bemühte und mit großem Eifer die wahren Lehren des Islam verbreitete.

Auf der anderen Seite wurde Hazrat Shah Ghasem Feiz-Bakhsh, der große Aref des 9. Jahrhunderts n. d. Hijra / 14. Jahrhundert n. Chr., der körperliche und geistige Sohn von Hazrat Seyed Mohammad Nourbakhsh, von allen Menschen und von König Esmaiel Safavid mit großer Anerkennung und Respekt behandelt, aufgrund seines hohen spirituellen Ranges. 

Große Arefs des 17. bis 19. Jahrhunderts n. Chr. (11. – 13. Jh. n. d. Hijra) waren Seyyed Abdolvahab Naini (verst. 1212 n. d. Hijra / 1798 n. Chr.), Haj Mohammad Hasan Kouzehkanani (1250 n. d. Hijra / 1834 n. Chr.) und Hazrat Agha Abdolghader Jahromi (1301 n. d. Hijra / 1884 n. Chr.).

Ein Mann mit großem Wissen und Meister seiner Zeit, Pir Agha Abdolghader, Pir Oveyssi, war der Kaliph von Haj Mohammad Hassan Naini Kouzehkanani. Der Autor des Werkes Taraegh schreibt: „Agha Abdolghader war ein Händler aus Jahrom, Shiraz, und lebte in Esfahan aufgrund seiner Geschäfte. Als die göttliche Liebe ihn erfasste, verließ die Liebe zum Reichtum sein Herz und er gab alles auf, was er besaß, um den Weg zu Gott zu finden. Viele Wunder werden mit Hazrat Pir Agha Abdolghader verbunden und wurden von seinem Verehrer und Kaliphen, Hazrat Jalaleddin Ali Mir Abolfazl Angha erzählt.“


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Referenzen:
Mohebbi, Mohammad. Aghtab Oveyssi, Düsseldorf, Germany: M.T.O. Publications, editions I- IX, 1998-2008,    Print.
Schimmel, Annemarie. Mystical Dimensions of Islam, Chapel Hill: University of North Carolina Press, 1975,          Print.